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Pferde waren schon immer meine Leidenschaft und eigentlich wollte ich nur eins haben. Aber wie das Wort eigentlich schon ausdrückt, kam es ganz anders. Heute gehören sieben Stück zu meiner Familie und ich möchte keines davon missen. Vielleicht lernt Ihr sie ja mal bei einem Kurs kennen?

Sunny ist ein Pinto/Island-Mix. Er ist 2007 geboren und mit zwei Jahren zu mir gekommen. Gemeinsam mit seinem Halbbruder Lucky, den ich leider im April 2024 wegen Hirntumor einschläfern lassen musste, hat er mich vom ersten Moment an ins Herz getroffen.  Diese Augen, dieser Blick, diese Mähne, ich war hin und weg. Genau so ein Pferdchen hatte ich mir immer gewünscht.
Sunny war zu Beginn eher ein "Ertrager". sunny01Er zog sich bei Stress schnell in sich zurück, erstarrte fast und konnte diese Spannung dann irgendwann nur durch Bewegung lösen, was oft dazu führte, dass er mir unter dem Hintern davon lief.
Heute kann man seinen ursprünglichen Charakter kaum noch erkennen, da er sehr entspannt ist, auf Stimme hört und deshalb als Schulpferd auch Angstreitern wieder Vertrauen vermittelt. 

Mit dem Tod von Lucky rutschte Sunny aus dem Status des "lass uns entspannt durchs Gelände bummeln" Ponys in den des Show- und Vorzeigepferdes, was dazu führte, dass sich unsere Beziehung noch einmal intensiviert hat und liberty reiten auf dem Platz und im Gelände zu unseren einfachsten Übungen gehört.

skyBonito Great Sky zog als Vierjähriger bei mir ein. Eigentlich wollte ich den Quarterwallach nur ausbilden und verkaufen, doch dann verliebte ich mich in ihn. Vom Vollstoffel, der Menschen gegenüber rüpelig und unaufmerksam war und erst mal alles neue mit Steigen und Bocken beantwortete wandelte er sich schnell zum Musterschüler, der immer sein Bestes gab.  Das Einreiten lief problemlos ab, Schrecksituationen gibt es für ihn nicht und sowohl auf dem Platz als auch im Gelände hat er einfach nur Spaß.
Aktuell hilft Sky mir beim Reitunterricht, weil er sowohl für Kinder, als auch für Wiedereinsteiger ein tolles Pferd ist. Darüber hinaus erarbeiten wir uns immer mehr reiterliche Qualitäten und er freut sich über alles Neue, das er lernt. Dass Sky MiM (früher PSSM 2) hat, merkt man ihm nicht an. Diese Stoffwechselstörung bedeutet für ihn nur, dass er mehr Proteine und Mineralstoffe braucht, als andere Pferde, er bei kühlem Wetter eindgedeckt wird und man schlicht darauf achten muss, dass er muskulär gut aufgestellt bleibt. Als Schulpferd ist er sehr beliebt, weil er bei guten Reitern sehr fein reagiert und auch Anfängern Sicherheit gibt.

azulDer dritte im Bunde ist Azul, ein Cruzado, den ich als Angstpferd in die Ausbildung übernommen habe. Eigentlich war für ihn das normale Leben die Hölle, denn niemand hatte ihm erklärt, dass nicht alles, was sich bewegt, ihn töten wird. Das war aber seine Einstellung: Tüte = Herzinfarkt, fliegende Tüte = ich überschlage mich nach hinten, erhobener Stick = ich bin dann mal weg, anfassen = oh Gott, die töten mich.
Seine Ausbildung war zu Anfang ein Auf und Ab, da er immer wieder von Schreckanfällen überrascht wurden. Dies lag zum Teil an seiner MiM Variante. Er ist PX/P8, denen ja nachgesagt wird, dass sie sehr überreaktiv sind.
Mittlerweile ist Azul ein tolles Reitpferd geworden, mit dem ich im Gelände völlig entspannt unterwegs bin und mich aktuell auf meine Intermediate Prüfung im Reiten vorbereite, bei der auch anspruchsvolle Lektionen gefragt sind. Auch Fremdreiter - sofern sie entspannt und sicher sitzen - sind für ihn kein Problem mehr.

salvador02Salvador ist ebenfalls Teil der Herde, wobei er nicht als SchulREITPferd eingesetzt wird. Bei Libertykursen oder jeglicher anderer Bodenarbeit ist er ein toller Partner und Lehrer für jeden. Er ist auch reitbar, jedoch sollte der Reiter nicht mehr als 60 kg wiegen. Bei Kinderkursen wurde er problemlos auch im Gelände frei von diesen geritten und auch im Therapiereiten zeigt er seine Qualitäten.
Seine Vergangenheit sieht man nur noch am Rücken, denn (ob durch Unfall oder menschliche Brutalität ist schwer zu sagen) er hatte vier zerschlagene Dornfortsätze, einen gebrochenen Widerrist und Unterkiefer und eine ausgerissene Nüster.
Als er bei mir ankam, war er nur Haut und Knochen, hat vorne gebissen und hinten getreten. Menschen waren böse und er war bereit, sich zu wehren, bevor sie ihm zuvorkamen.
Es dauerte, bis er Vertrauen hatte, aber als er merkte, dass er sicher war, wandelte er sich komplett. Nicht nur körperlich, denn mittlerweile sieht er tatsächlich aus wie ein Pferd, noch dazu ein hübsches.
Vielmehr ist er heute ein verschmustes Etwas, das wunderschöne Bewegungen zeigt, mit allem spielt, das nicht bei drei auf dem Baum ist und unbedingt einen Job braucht.

Losso01Weiteres Mitglied der bunten Gruppe ist Losso. Der wunderschöne "Moppelspanier" war Berittpferd bei mir. Eine starke Persönlichkeit, die gelernt hatte, dass Menschen sich durch Beißen, Drängeln und Bocken beeindrucken lassen. Im Beritt entwickelte er sich gut, doch es zeigte sich auch, dass es einige Zeit brauchen wird, bis aus ihm ein wirklich sicherer (für jeden sicherer) Reitpartner wird. Leider saß die Angst bei der Besitzerin zu tief, als dass sie ihm wieder hätte vertrauen und somit entspannt mit ihm umgehen können.
So habe ich ihn übernommen und mittlerweile ist er ein wundervoller Kerl, der nur noch ab und an den wilden Spanier raushängen lässt und ansonsten als Reit- und Schulpferd, bei der Frei- und Seilarbeit sowie im Umgang an sich einfach nur toll ist.

bontje2023 im Herbst kam Bontje (damals 17 Jahre alt) zu mir. Die kleine Stute hatte schlimme Dinge erlebt, wurde von einem Gnadenbrothof aus einer absolut desolaten Haltung geholt und die Wunden, der abgemagerte Körper und die eingewachsenen Zähne sprachen eine deutliche Sprache über ihre Vergangenheit. Die kleine Maus war zu Anfang immer in Fluchtbereitschaft und fiel häufig in stereotypes Verhalten, was ihr in ihrem früheren Leben sicher geholfen hat, schlimme Situationen durchzustehen. 
Mittlerweile hat sie verstanden, dass sie Menschen vertrauen kann, nur ihre Basalganglien (in denen Bewegungsmuster gespeichert werden) machen ihr manchmal noch einen Strich durch die Rechnung und lassen sie verkrampfen. Ich arbeite viel frei mit ihr und werde sie auch einfahren (sie ist gerade mal 1,30 Meter groß und wird nie ein Kinderpony werden). Sicher ist, sie hat es verdient, bis zu ihrem Lebensende einen guten Platz mit ausreichend Bewegung, Ansprache und Liebe bei uns zu finden. 

pika01Als Letzte hat nun Pika bei mir eingecheckt. Die Islandstute war ebenfalls länger bei mir in Korrekturberitt und ist sogar noch anspruchsvoller (trainingstechnisch), als Bontje, obwohl diese sicher viel schlimmere Dinge erlebt hat. Auch Pika ist ein Angstpferd, jedoch ist sie eine Erstarrerin, die bei Erschrecken bretthart wird, so das ihr Körper sich wie Stein anfühlt und dann ganz kurz explodiert. In großer Herde geboren und aufgewachsen wurde sie danach Zuchtstute und kannte den Menschen nur für Wurmkuren und Hufe machen, was teilweise erzwungen wurde. Dann wurde sie im Hauruck-Verfahren eingebrochen, kam nochmal kurz in Korrekturberitt, damit sie irgendwie reitbar wurde und ging dann in den Verkauf. Als ich sie kennenlernte hieß alles "Los gehts". Atmen, schauen, anfassen (wenn man denn dazu kam), sich bewegen, schlicht alles. Und sie war schnell im "Los gehts". Für viele Isifans ist das sicher normal. Jedoch war dieses "Los gehts" pures Weglaufen. Zum Menschen denken ging gar nicht, was man auch daran merkte, dass sie zum Aufsatteln erst mal in ein 4x4 Meter Paddock getrieben werden musste, damit man sie überhaupt fangen und aufhalftern konnte. Hufschmied ging nur mit Sedierung und und und... Nachdem der Besitzer verstarb, übernahm seine Frau die Stute und schenkte ihr viel Zeit und kämpfte sich durch viele Tiefen. Am Ende war aber klar, die beiden finden einfach nicht zusammen weshalb ich die Kleine übernahm.
Vieles konnte ich im Training bisher auflösen und neben traumhaftem Tölt meist am lockeren Zügel schenkt mir Pika auch immer öfter ein Ausatmen in schwierigen Situationen und ein zu mir hin denken, wo sie früher erst einmal weggelaufen wäre. Sehr kleinschrittig kommen wir weiter und ich freue mich darauf, wenn auch sie versteht, dass das Leben ohne ständige Angst schön sein kann.



Natürlich Pferd
Heike Palmer
Grundhof 3
56288 Laubach

eMail: kontakt@natuerlichpferd.de

Telefon: 0170- 18 21 388


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